Jord – Skandinavische Erdenmutter, Erdgöttin in der nordischen Mythologie

Die Personifizierung der Erde im Norden heißt Jord. Sie ist die uranfängliche Riesengöttin, die Welt vor der Erschaffung der Menschen. Sie verkörpert die unbändige und ewig haltende Kraft der Erde und der Natur.

Uranfängliche Riesengöttin

Die Personifizierung der Erde im Norden heißt Jord. Sie ist die uranfängliche Riesengöttin, die Welt vor der Erschaffung der Menschen. Sie verkörpert die unbändige und ewig haltende Kraft der Erde und der Natur.

Jord hat mehrere Namen wie Erda, Fjörgyn, Jörd — was immer ganz einfach „Erde“ bedeutet. Ihre Bezeichnung Fold findet sich auch in der angelsächsischen Tradition als Folde, fira módor („Erde, der Menschen Mutter“) in einem alten Flursegen.
Wenige Zeilen später wird sie Erce, Erce, Erce eorþan módor („Erce, Erdenmutter“) genannt.

Jord stammt aus den Göttergeschlecht der AsInnen und ist die Tochter der Nacht Nott und die Mutter der Frigg, Göttin der Fruchtbarkeit und des Donnergottes Thor.

Ihre Formen sind die Landschaft

Die Erde wird auch im skandinavischen Raum als mütterliche Kraft wahrgenommen (vergleichbar mit vielen anderen Erdgöttinnen, wie Gaia oder Pachamama). Ihre Formen breitet sie in den Landschaften aus: mal üppig und saftig, mal karg und schroff.

Sie ist die fruchttragende Landschaft, die sich in Form einer schwangeren Frau ausbreitet, ebenso wie die nährende Mutter oder die beschützende alte Großmutter. Die nördlichen Mythen erzählen von der Erdmutter, zu der — gleich gegen den Strom anschwimmender Lachse, die zum Laichen an ihren Geburtsort zurückkehren — auch die Menschen am Ende seines Seins wieder in die Dunkelheit des geborgenen Leibes der Jord bzw. ihrer Mutter, der Nott zurückkehren.

Jener Baum, der die drei Äpfel der Jugend trägt, wurde natürlich von Jord erschaffen. So wie alle Pflanzen als ihre Kinder aus ihr, der Erdmutter wachsen. Sie vertraute die Äpfel und den Ort des Baumes nur Idun an, der Göttin der Jugend und der Unsterblichkeit.

Schläft unter dem Schnee

Oft wird sie auch als eine Erscheinungsform von Frigg genannt. Jord ist die Urmutter, die im hohen Norden jedes Jahr lange Zeit unter der Schneedecke „schläft“ und deren Fruchtbarkeit — wenn der Winter schon lange ist — herbeigesehnt wird.

Umso fröhlicher die Feste in den skandinavischen Ländern, wenn Jord, die gute alte Erde aus ihrem Winterschlaf erwacht und mit ihr alles wieder lebendig wird.

Ihr Name Jord ist heute noch im Begriff Fjord enthalten. Fjorde sind diese für die skandinavischen Küsten typische, weit ins Festland hineinreichende Meeresarme, die an drei Seiten von Land (der Muttererde) umgeben sind. 
Das Wort Fjord hat auch seine Entsprechung im deutschen Begriff „Furt“ — das ist eine Untiefe in einem Bach- oder Flusslauf, an der das Gewässer zu Fuß oder mit Fahrzeugen durchquert werden kann, wo sich also die Erd(mutter) freundlich aus dem Gewässer entgegenstreckt und hält und trägt.

Als Hlóðyn ist Jord die Beschützerin des Hauses und des Herdes.

auch: Jörd, Iord, Jordh, Fold, Erda, Ertha, Utha, Herth, Hertha, Edda, Fjörgyn, Fjöryn, Fjörgvyn, Fiorgyn(n), Grund, Hlóðyn, Hlödin

 

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