Parzen – Drei Schicksalsgöttinnen in der römischen Mythologie

Ursprünglich waren die Parzen Geburts- und Geburtshilfegöttinnen. Da ihnen aber auch die Bestimmung des Lebensschicksals der Neugeborenen oblag, wurden sie im Laufe der Zeit zu Schicksalsgöttinnen, die das Leben, Schicksal und Tod der Menschen bestimmen.

Bestimmerinnen des Lebensschicksals

Ursprünglich waren die Parzen Geburts- und Geburtshilfegöttinnen. Da ihnen aber auch die Bestimmung des Lebensschicksals der Neugeborenen oblag, wurden sie im Laufe der Zeit zu Schicksalsgöttinnen, die das Leben, Schicksal und Tod der Menschen bestimmen.

Sie sind im Wesentlichen den griechischen Moiren gleich. Laut Mythologie flicht oder spinnt eine von ihnen den Lebensfaden, eine andere teilt ihn zu und die dritte schneidet ihn zur gegebenen Zeit ab.

Die Namen der Parzen sind Nona (Neunte), Decima (Zehnte) und Partula bzw. Parca (Geburtshelferin). Aus dieser Parca, einer römische Geburtsgöttin, ging die dreifache Variante der Schicksalsfrauen hervor.

Ihr Name stammt von dem lateinischen Verb „parere“ — gebären oder kreieren. Sofern Mutter und Kind bei der Geburt starben, wurde Parca auch Morta genannt.

Nona und Decima (nach den wichtigen neunten und zehnten Monat einer Schwangerschaft) deuten sowohl auf die Geburt als auch auf das Schicksal hin. Diese Göttinnen wurden am Ende Schwangerschaft um ein gutes Schicksal für das Kind ersucht. Gemeinsam wurden sie auch als Alemonia wahrgenommen, jener Göttin, die die Föten im Mutterleib nährt.

Die Parzen können gemeinsam oder auch einzeln agieren. In vielen Kulturkreisen gab es das Bewusstsein, dass das Leben ein geheimnisvoller Faden sei, der von Schicksalsfeen gesponnen, gemessen und gehalten sowie abgeschnitten wird.

Um das Motiv von den drei Schicksalsgöttinnen gibt es daher zahlreiche Varianten: die germanischen Nornen, die griechischen Moiren, die keltischen Bethen.
In der slawischen Mythologie gibt es die Zorya. Auch anderen südosteuropäischen Völkern sind Schicksalsgöttinnen bekannt. Sie heißen dort albanisch Fati, rumänisch Ursitori, serbokroatisch Sudice, slowenisch Rojenice und tschechisch Sudicky.

lat.: parcae

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