Der Name dieser Göttin bedeutet einfach „Ofen“, und man beschwor sie, dass sie die Frucht und die Häuser verschonen solle. Beim jedem Backvorgang wurde sie angerufen, um die Frucht „milde zu machen“. Ovid beschreibt eine „Fornacalis dea“ – eine weibliche göttliche Macht im Ofen selbst

Das tägliche Brot

Fornax war im antiken Rom dafür zuständig, dass das Getreide nicht verbrennt, wenn es — nach damaliger Weise — erst im Ofen gedörrt werden musste, ehe es gemahlen bzw. in Mörsern zerstoßen werden konnte.
Dies, weil rohes, frisches Getreide die Mahlsteine verklebt und sie damit unbrauchbar gemacht hat. Durch das Dörren wurde das Mahlgut trockener und wesentlich leichter zu Mehl zu verarbeiten.

Das erste geerntete Getreide wurde der Göttin Ceres geweiht. Doch mit diesem konnte man wenig anfangen, es muss erst durch einen Prozess gehen, um genießbar zu werden. Dazu verwendete man Feuer, doch es war ein langer Erfahrungsweg, bis man das gewünschte Ergebnis erzielt hatte. Oft kam nichts als schwarze Asche aus den Öfen und dazu war die Gabe der Ceres zu wertvoll. Im schlimmsten Fall war das Feuer im Ofen unkontrollierbar und es brannte mit ihm gleich das ganze Haus nieder.

Frucht wird „milde“ gemacht

Aus Ehrfurcht vor dieser starken Qualität, die man zu besänftigen versuchte, wurde der Fornax, der Ofen zur Göttin gemacht.
Denn der Name dieser Göttin bedeutet einfach „Ofen“, und man beschwor sie, dass sie die Frucht und die Häuser verschonen solle. Bei jedem Backvorgang wurde sie angerufen, um die Frucht „milde zu machen“.

Der Backofen wurde also als eine Göttin angesehen, die aus ihrer heißen Energie Nährendes hervorbringt.
Ovid beschreibt eine „Fornacalis dea“ – eine weibliche göttliche Macht im Ofen selbst (Fast.6. 314).


Backhaus als Kultplatz

Ihr Kultplatz waren daher die Backhäuser, vor deren Öfen ihr Weihegaben dargebracht wurden. Das Herd­feuer hatte ja immer neben seiner profanen Funktion etwas Heiliges. 
Es gab zwei Feste zu Ehren der Göttin Fornax: Fornacalia am 12 Kal. Martii (19.  Februar) und Fordicidia am 19. April. Das zweitere war zwar eher ein Fest für die Erdgöttin Tellus Mater, bei dem aber auch Asche eine wichtige Rolle spielte, daher wurde auch Fornax geehrt, die aus ihren Öfen Asche beisteuerte.
Numa Pompilius der sagenhafte zweite König von Rom (angeblich 750 – 672 v.d.Z.) soll das Fest im Februar angeordnet haben.

An diesem Feiertag wurde die alltägliche Handlung des Brotbackens ganz bewusst zeremoniell begangen, um die Göttin zu ehren. Jede Curie musste ihr zu Ehren 30 Brote backen.
In frühen Zeiten war es üblich, dass jede Familie einen Laib ungebackenes Brot zum Gemeindebackofen brachte und dann nach dem Backen alle die verschiedenen Brotlaibe teilten.

Einige Krümeln des Brotes wurden für die Vögel ausgestreut. Diese sollen die Wünsche an die Göttin in alle Himmelsrichtungen weitertragen. 

Brot, Liebe und Frieden

Ihr Symbole sind Öfen, Feuer und Weizen. Fornax wird wahrgenommen, wenn sich der Duft von frischem Brot im Haus ausbreitet.
Sie ist immer das geschützte und behütete Feuer. Im Alten Rom war man davon überzeugt, dass wenn einmal dieses Feuer ausgehen sollte, das nicht nur bedeutete, keine Nahrung mehr zu haben. Ein erloschenes Herdfeuer war auch Symbol dafür, dass der Hausfrieden und die Liebe — das warmherzige Zusammensein — entschwindet.
Daher ist Fornax auch eine Liebes- und Friedensgöttin. 

Manchmal wird sie auch mit der Göttin Vesta gleichgesetzt, doch während diese eher für den Herd zuständig war, auf dem alle Speisen hergestellt werden, ist Fornax speziell für (Brot-)Backöfen zuständig.

Nach der Brotback-Göttin ist auch ein Sternbild des Südhimmels benannt – Fornax oder auch „der Chemische Ofen“ genannt mit dem dazugehörenden „Fornax-Galaxienhaufen“ — eine große Ansammlung von Galaxien, der in diesem Sternbild zu finden ist und wie glühende Funken in einem Backofen wirken.

auch: Fornacalis dea

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