Mnemosine – Griechische Göttin des Gedächtnisses und der Erinnerung

Mnemosine ist die Göttin, die uns erinnert. Sie gibt uns die individuellen Erinnerungen und steht auch für das universelle Gedächtnis der Menschheit, der ganzen Erdgeschichte, des Sternenwissens.

Die uns Erinnernde 

Mnemosine ist die Göttin, die uns erinnert. Sie gibt uns die individuellen Erinnerungen und steht auch für das universelle Gedächtnis der Menschheit, der ganzen Erdgeschichte, des Sternenwissens.

Sie auch die Göttin eines Unterwelts-Flusses (bzw. der Fluss selbst), dessen Wasser im Gegensatz zu Letho nicht Vergessen sondern Allwissenheit herbeiführte. In Böotien wurde Mnemosine in Gestalt eines Brunnens verehrt, dessen Quelle im Hades entspringen soll. Mnemosine blickt zurück durch alle Zeiten, die alle wie ein stetiger Strom durch ihren Bauchkessel strömen.

Allen, die sich erinnern wollen, gewährt sie einen Blick in die tiefgründigen Spiralen der Zeit. Die Erinnerung ist ja ein Quelle für alles Zukünftige, wir schöpfen aus der Vergangenheit die Ideen und Visionen für das Kommende.

Die Mutter der Erinnerung und die Töchter des Vergessens

Als Tochter der Gaia und des Uranos ist Mnemosine die Schwester der Rheia, der Thethys, der Themis, der Phoibe und der Theia und gehört zu den TitanInnen.

Sie ist die Mutter der neun Musen Erato, Euterpe, Kalliope, Kleio, Melpomene, Polyhymnia, Terpsichore, Thaleia und Urania, die sie während neun Tage ununterbrochenem Geschlechtsverkehr mit Zeus empfangen haben soll.  

Schenkt ihre Mutter die vollkommene Erinnerung, so wünschte man sich laut Hesiod von ihren Töchter, die Musen, dass sie mit ihren Gaben „Vergessenheit brächten der Leiden und Ende der Sorgen.“

Andererseits ruft Homer in der Ilias die Musen an, um sich an etwas erinnern zu können, wovon wir „nur eine Kunde“, aber selbst „nichts gesehen haben“. Dieses scheinbare Paradoxon kann damit erklärt werden, dass die Musen mit ihrer Fähigkeit dabei unterstützen, die Sorge, die den Blick auf das Wesentliche verstellt, vergessen zu machen.

Auch Pindar verbindet seine Musenanrufe mit der Hoffnung, dass Mnemosine und ihre Töchter ihm dabei helfen, zu Einsichten vorzudringen, die vom menschlichen Alltagsgedächtnis überlagert werden.  
Mnemosine erinnert uns an alle wunderbaren Augenblicke unseres Lebens.

Gebieterin über die Zeit

Beim Rezitieren heiliger Gesänge, versicherte man sich des Beistands der Göttin, um keine Fehler zu machen. Sie kennt alle Sagen und Geschichten und sie ist in gewisser Weise Gebieterin über die Zeit, da die Menschen ohne ihre Gabe der Erinnerung keinen Bezug dazu hätten.

Damit ist sie auch eine Göttin der Weisheit, da wir ohne gespeichtertes Wissen nicht zur Weisheit gelangen könnten. Als ihre römische Nachfolgerin gilt die Göttin Moneta.

Mnemosine fungiert auch als Namensgeberin für die Gedächtniskunst (lateinisch ars memoriae), die als Mnemonik bezeichnet wird, und für die innerhalb der Gedächtniskunst verwendeten Gedächnistechniken, die als Mnemotechniken bezeichnet werden.

auch: Mnemosyne

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