Hygieia – Griechische Göttin der Gesundheit

Hygieia wurde seit dem 7.Jhdt v.u.Z. im antiken Griechenland als Göttin der seelischen und körperlichen Gesundheit verehrt. Hygieia hatte ihre eigenen Tempel und Heilstätten. Ihre Priesterinnen arbeiteten mit Kräutern und Heilsteinen, Bädern in heilenden Quellen, energetisierende Massagen und Heilungs-Sitzungen.

Die Vorbeugende

Hygieia

Hygieia wurde seit dem 7.Jhdt v.u.Z. im antiken Griechenland als Göttin der seelischen und körperlichen Gesundheit verehrt. Ihr Kult nahm in Epidauros seinen Ausgang, durch den Dichter Sophokles soll ihr Heilkult um 420 v.u.Z. nach Athen gekommen sein.

Sie ist die Tochter der Epione (Lindernde Göttin) und des griechischen Gott-Arztes Asklepios (Aesculap), der seinerseits Sohn des Apollon (erster göttlicher Arzt) ist.

Heilung im Schlaf

Hygieia hatte ihre eigenen Tempel und Heilstätten. Ihre Priesterinnen arbeiteten mit Kräutern und Heilsteinen, Bädern in heilenden Quellen, energetisierende Massagen und Heilungs-Sitzungen.

Darüber hinaus gab es die Möglichkeit des Tempelschlafes, bei dem die Kranken der Göttin begegnen und dadurch Heilung erfahren bzw. in ihren Träumen den Weg zur Heilung oder die passenden Heilmittel erfahren.

Im Asklepiostempel wurde unter dem Zeichen der Hygieia vor allem Frauenheilkunde betrieben. Frauen suchten die Priesterinnen dieser Göttin vor allem bei Kinderlosigkeit und Schwangerschaftsproblemen auf. Als Dank schmückten Frauen die Statuen der Göttinen mit ihren eigenen Haaren und Kleidern.

Hygiene und vorbeugende Gesunderhaltung

Die griechische Göttin der Gesundheit ist in unserem heutigen Leben immer noch sehr gegenwärtig: Als Inbegriff der Gesundheit verdanken wir ihr den Begriff Hygiene – dies zeigt auch gleich ihre wesentliche Ausrichtung.

Während ihr Vater Asklepios mehr explizit mit Heilung in Verbindung gebracht wurde, steht Hygieia viel weniger für Arznei oder andere Mittel gegen Krankheit, sondern viel mehr für den Schutz einer guten Gesundheit und für vorbeugende Gesunderhaltung, was ja auch Hygiene bewirken soll.

Dennoch gilt sie auch als die Beschützerin der ApothekerInnen. Das Symbol von Apotheken mit einer Schlange, die aus einer Schale trinkt, ist auch auf diese Göttin zurückzuführen und ist nicht wie fälschlicher Weise behauptet der Asklepiosstab ihres Vaters. Denn sie war es, die Schlangen mit (Mutter-)Milch gefüttert hat.
Denn dargestellt wird Hygieia meist mit einem Füllhorn voller Früchte oder ihrem heiligen Tier, der Schlange, der sie aus einer Schale Wasser oder Milch reicht. Ihr Vater Asklepios wird zwar immer wieder mit einem Stab dargestellt, um den sich eine Schlage windet (Stab und Schlange sind ein sehr offensichtliches männliches Symbol).
Die Schale, der Kessel (als Symbol der Gebärmutter) und das nährende Element (die Schlange trinkt daraus) kommt erst bei seiner Tochter Hygieia hinzu.

Ihr Name wird gleich am Anfang des Eids des Hippokrates angerufen: „Ich schwöre bei Apollon dem Arzt und bei Asklepios, Hygieia und Panakeia sowie unter Anrufung aller Götter und Göttinne“

Die im Eid erwähnte Panakeia ist ihre Schwester, die Göttin der Medizin und Zauberei, diese steht Hygieia als „Allheilende“ zur Seite.

Ihre anderen Geschwister sind Iaso (die Göttin der Genesung), Aegle (Glanz bzw. Schimmer), sowie die Brüder Euamerion (glücklicher Tag), Machaon und Podalirius (die sich als große Ärzte und Heiler auf griechischer Seite in der Schlacht um Troja ihren Ruhm erworben haben) sowie Telesphoros (der zum Ziele Führende).

Die Namen der beiden Göttinnen-Brüste

Hygieia wird auch mit der Göttin Rheia Koronis an deren Tempel in Titane verehrt, sie ist jedoch nicht eine Tochter oder Schwester oder eine andere Bezeichnung von Rheia Koronis, sondern eine ihrer beiden Brüste, die andere ist Panakeia.
Die Brüste spenden heilkräftige Milch. Dies zeigt neben den heilenden auch den nährenden Aspekt der beiden göttlichen Schwestern.

Man nannte Hygieia auch Agathe Theos, die in Rom als Bona Dea („Gute Göttin“) bekannt war. Ihre Römische Entsprechung ist Salus.

Der besondere Ehrentag der Hygieia ist der 26. Februar. Das ist die Zeit des „neuen Wassers“, das gerade wieder unter der Eisdecke hervorsprudelt und in vielen kleinen Bächen nach der Schneeschmelze über die Wiesen rinnt.
Dieses galt als Symbol für die neue Lebenskraft im beginnenden Frühjahr und ihm wurde daher besondere Heilkraft zugeschrieben. An diesem Tag gingen die Menschen im antiken Rom zu Heilquellen, um dort zu baden und das Wasser zu trinken. Die Menschen nahmen sich Zeit und baten die Göttin, sie wieder ganz, heil-ig und gesund zu machen.

auch: Hygeía

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